" /> " /> Ballistik beim Sportschiessen

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Die Innenballistik beim Sportschiessen. Extreme Vorgänge im Innern der Waffe nach der Auslösung des Schusses.

Die Innenballistik des Geschosses beschreibt die Vorgänge ab der Freisetzung der Energie durch kalte oder heiße Gase auf den Geschossboden (i.d.R. im Patronenlager) die darauf folgende Beschleunigung des Geschosses im Lauf bis zum Austritt an der Laufmündung.

Bei der Schussentwicklung in der Waffe werden extreme Kräfte freigesetzt.
Je nach Ladungsmenge und Abbrandgeschwindigkeit wirken gewaltige Drücke auf dem Geschossboden. Bei der klassischen 0.22 KK-Munition ca. 18 kg/mm
2.

Im Lauf besteht bis zum Austritt des Geschosses eine geschlossene Kammer. Durch die Vorwärtsbewegung des Geschosses wird diese Kammer immer größer, je nach Menge und chemischer Zusammensetzung der Treibladung sind die Druckverläufe ständigen Veränderungen ausgesetzt. Die Beschleunigung des Geschosses nimmt kontinuierlich zu.

Dieser Beschleunigung entgegenwirkende Kräfte im Lauf sind der Einpresswiderstand des Geschosses in die Züge des Laufes sowie die Reibung im Lauf.

Die Kräfte welche das Geschoss antreiben wirken natürlich auch auf die Waffe, als Rückstoss und als Torsionsschwingungen auf den Lauf.








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Beim Sportlichen Schiessen ist Präzision angesagt.
Geschosse, die in ihrer Bewegung nur rein beschleunigt aus einem (glatten) Lauf geschossen werden, neigen zum Taumeln und Überschlagen, da i.d.R. der Masseschwerpunkt im hinterem Teil des Geschosses liegt.

Deshalb kamen schon frühzeitig kluge Waffenbauer auf die Idee, das Geschoss in eine Rotation um die Längsachse zu versetzen.
Durch die dabei entstehenden Kreiselkräfte (ähnlich wie beim Spielzeugkreisel) wird das Geschoss im Flug stabilisiert.

Damit das Geschoss in diese Rotation, beim Schiessen auch Drall genannt, gezwungen wird, werden Züge im Lauf eingebraucht. Diese Züge (auf Bild rechts als B bezeichnet) sind schraubenförmig. Abhängig von der Ganghöhe, in der Ballistik Dralllänge genannt und dem Drallwinkel entwickelt sich die Winkelgeschwindigkeit, d.h. mit wie viel Umdrehungen letztendlich das Geschoss aus dem Lauf geschossen wird. Die Dralllänge bezeichnet dabei die Strecke, in welcher das Geschoss eine Umdrehung absolviert.
Die Fläche im Lauf ohne Züge wird als Feld bezeichnet (auf Bild rechts als A bezeichnet).

Merke: Je kürzer die Dralllänge, desto höher die Rotation um die Längsachse.
Das ist wichtig für die Aussenballistik. Schwere Geschosse benötigen zur Stabilisierung eine höhere Umdrehungszahl als leichtere Geschosse.


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Beispiele (Werte sind Zirka-Angaben, da Abweichungen durch verschiede Laborierungen der Munition möglich)

Kaliber 0.22

Kaliber 7,62 x 51 NATO
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Dralllänge ca. 350 mm

Dralllänge ca. 305 mm
Drehzahl Rotation ca. 940 U/s

Drehzahl Rotation ca. 2700 U/s
Weiterführende Fachbücher zu diesem Thema:

"Ballistik Theorie und Praxis" von Beat P. Kneubuehl
"Innere Ballistik. Die Bewegung des Geschosses durch das Rohr und ihre Begleiterscheinungen" von Prof. Dr. O.Poppenberg, Prof. O.von Eberhard