" /> " /> Richtiges Abziehen beim sportlichem Schiessen

Auswirkung von Zielfehlern beim Schiessen mit der Pistole / Berechnung von Zielfehlern


Jeder Sportschütze weiß, dass es Voraussetzung für einem gelungenen Treffer ist, Kimme und Korn optimal zu positionieren, d.h. das Korn steht mittig und gestrichen in der Kimme, die Lichthöfe sind rechts und links gleich groß. So viel zur Theorie. Leider kommt es aber in der Praxis auch zu Zielfehlern, sonst würden wir alle nur Zehner schiessen.
Wie sich diese Zielfehler auf die Treffer an der Scheibe auswirken kann mit folgender Berechnung ermittelt werden:


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Zur Erklärung der Abbildung:
Die obere Strecke bildet die optimale Visierlinie Korn steht mittig in der Kimme, gestrichen Korn. Der Treffer landet in der Scheibenmitte.
Die schräge Strecke darunter (für Mathematiker die Hypotenuse) bildet die Abweichung des Treffer ab bei geklemmten bzw. nicht gestrichenem Korn.

Die kurze Strecke Rechts (Ankathete) ist somit die Größe der Abweichung des Treffers von der Scheibenmitte.

Wir haben nun die zwei Dreiecke. Das kleinere Dreieck
Ko-m Ko-ma Ki-m sowie das große Dreieck S-m T-a Ki-m.

Die Winkel dieser Dreiecke sind gleich, deshalb sind sie ähnlich. (Vergl. Ähnlichkeitssätze Mathematik)

Aufgrund dieser Ähnlichkeit gilt für die Strecken:

Strecke Ki-m Ko-m : Strecke Ki-m S-m = Strecke Ko-m Ko-ma : Strecke S-m T-a

( die Strecke Kimmenmitte zu Kornmitte verhält sich zur Strecke Kimmenmitte zu Scheibemitte wie sich die Strecke Kornmitte zu Abweichung Korn verhält zur Strecke Scheibenmitte zur Abweichung des Treffer.

An nachfolgenden Beispielen wollen wir über die Anwendung der proportionalen Zusammenhänge diese Abweichungen berechnen.
1. Beispiel Walther Luftpistole LP400

Die Strecke Ki-m Ko-m ist die Länge der Visierlinie und bei der LP400 je nach Einstellung 340-400 mm.
Wir nehmen in unserem Beispiel eine Länge von 360 mm.

Die Stecke Ki-m S-m ist die Entfernung bis zur Scheibe, bei Luftpistole also 10000 mm.

Wir nehmen an das Korn wird um 1 mm geklemmt.

Daraus ergibt sich folgende Rechnung:

360 mm : 10000 mm = 1 mm : Abweichung (S-m T-a)

nach Umstellung der Formel ergibt sich:

Abweichung = 10000 mm x 1 mm / 360 mm
Abweichung = 27,777 mm also
aufgerundet ca. 2,8 cm liegt der Treffer neben der Scheibenmitte.

Ist das Korn um 2 mm verklemmt bzw. zu fein oder voll beträgt die Abweichung ca. 5,6 cm.

Interessant ist das auch die bekannte Regel fundiert wird mit möglichst langer Visierlinie zu schiessen.

Bei max. Visierlinie der LP400 vom 400 mm ist die Abweichung bei 1 mm geklemmtem Korn "nur" 2,5 cm.


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2. Beispiel Pistole Glock 17

Die Länge der Visierlinie beträgt 165 mm.
Bei Pistolen beträgt die Entfernung bis zur Scheibe 25000 mm.

Bei einem geklemmtem Korn von 1mm ergibt sich folgende Rechnung:

Abweichung = 25000 mm x 1 mm / 165 mm
d.h. die Abweichung beträgt über 15 cm !
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