Abzug richtig einstellen Luftpistole

Abzugsgewicht einstellen LP400 Walter

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Sportschiessen mit der Luftpistole

Einstellen der Vorzugskraft, Vorzugsweg und Druckpunktkraft

Um auf Dauer gute Treffer mit der Luftpistole zu erzielen, bedarf es einer präzisen Einstellung des Abzuges.

Die Einstellungen von Vorzugskraft, Vorzugsweg und Druckpunk sind sehr komplex und bedingen sich gegenseitig.

Die meisten Einstellungen lassen sich an der Luftpistole vornehmen, ohne die Pistole zu öffnen.

 

Um die Vorgänge besser zu verstehen, empfiehlt es sich die Pistole zu öffnen. Dazu genügt es i.d.R. nur den Griff abzunehmen.

 

Ich möchte die möglichen Einstellungen am Beispiel meiner Walther LP 400 kurz erläutern und auch Empfehlungen für die richtigen Werte angeben.

 

Durch Verschleiß, aber auch durch Temperaturwechsel verändern sich die Werte leicht.

 

Dadurch ändert sich das Verhalten der Waffe und ggf. reicht das erforderliche Gesamtabzugsgewicht

(500 g) nicht mehr für die Waffenkontrolle.

Abzugsgewicht einstellen LP400 Walter

Innenansicht der Abzugseinheit bei der Luftpistole Walther LP 400 

 

A   Einstellschraube für die Vorzugskraft

B   Einstellschraube für die Druckpunktkraft

C   Einstellschraube für den Vorzugsweg

D   Einstellschraube für die Druckpunktposition

E   Einstellschraube für den Triggerstopp

F   Einstellschraube für den Klinkenüberschnitt

 

A Durch Eindrehen in Uhrzeigerrichtung erhöht sich die Vorzugskraft und das gesamte Abzugsgewicht, d.h. wenn nur die

    Vorzugskraft erhöht werden soll, wird die Madenschraube B wieder herausgedreht. (umgekehrt, umgekehrt)

B Durch Eindrehen in Uhrzeigerrichtung erhöht sich die Druckpunktkraft und das gesamte Abzugsgewicht, d.h. wenn nur die

    Druckpunktkraft erhöht werden soll, wird die Madenschraube A wieder herausgedreht. (umgekehrt, umgekehrt)

C Rein drehen der Madenschraube bewirkt Verkürzung des Vorzuges, d.h. die Nullstellung des Abzuges wird generell verlagert.

    (auf der Abbildung gut zu sehen)

D Veränderung der Druckpunktpostion. Durch rein drehen wird, wie auf Abbildung zu erkennen, der Vorzug kürzer.

    Hinweis: Die Einstellungen A + D befinden sich auf einem Hebel/Wippe, d.h. sie bedingen sich gegenseitig stark.

    Verlagert man den Druckpunkt nach hinten (Vorzug wird kürzer), dann die Vorzugskraft etwas eindrehen, umgekehrt,

    umgekehrt.

    Wird A zu weit herausgedreht, wird der Abzug „schwammig“, deshalb in kleinen Schritten (1/8 Umdrehungen) im

    Trockenmodus testen.

E   Einstellung des Triggerstopp, also wie lang ist der Weg des Abzuges nach dem Auslösen. Dieser sollte so eingestellt werden,

     dass der Abzug nach dem Auslösen stoppt.

     Vorsicht: Wird der Triggerstopp zu knapp eingestellt, lässt sich der Abzug nicht mehr auslösen !

F   Der Klinkenüberschnitt ist von Werk optimal eingestellt. Auch gilt vorsichtige Handhabung. Ist der Klinkenüberschnitt zu

     gering eingestellt, kann es passieren, dass die Waffe von selbst auslöst. Ärgerlich und gefährlich !  

     Einstellung: Bei gespannter Waffe im Trockenmodus wird F soweit eingedreht bis die Waffe auslöst. Danach 1/8 bis 1/4

     Umdrehung zurück drehen.

 

Das Abzugsgewicht ist die Summe aus Vorzugskraft + Druckpunktkaft und ist lt. Sportordnung ISSF und DSB auf

mindestens 500 Gramm festgeschrieben.

 

Je nach Trainingsstand, Erfahrung und individueller Psyche muss der Schütze sein eigenes Optimum für die richtige Einstellung des Verhältnisses von Vorzugs-und Druckpunktkraft selbst finden.

Je geringer die Kraft kurz vor dem Auslösen im Halteraum ist, um so besser wird der Schuss platziert sein. Aber dies setzt ein hohes Maß an Fingerspitzengefühl (im Wahrsten Sinne des Wortes) voraus.

Wichtig ist, dass der Schütze den Druckpunkt erfühlen kann und weiß wie weit er den Druck erhöhen muss bis der Schuss bricht.

 

Deshalb folgende grobe Richtwerte:

 

Anfänger               Vorzugskraft 300 g / Druckpunktkraft 200 g

Fortgeschrittene  Vorzugskraft 350 g / Druckpunktkraft 150 g

Spitzensportler     Vorzugskraft 380 g / Druckpunktkraft 120 g

 

Anmerkung: Wie bereits o.g. können sich die Werte während des Schiessens allein durch die Umgebungstemperatur leicht verändern. Wer sein Abzugsgewicht auf genau 500 g eingestellt hat, bei der Waffenkontrolle gerade noch durchkommt, riskiert bei einer eventuellen Nachkontrolle die Disqualifikation, wenn der Abzug die 500 g nicht mehr hält.

Deshalb besser ca. 8 % bis 10 % Sicherheitszuschlag zu den Werten addieren.